Software schafft intelligente Logistik-Prozesse

Veröffentlicht am in Technologie, Unternehmen
5 Minuten Lesezeit
Beitrag enthält Videos

Unsichtbar. Unverzichtbar. Unterschätzt. Software.  

Software: unsichtbar, unverzichtbar – und viel zu oft völlig unterschätzt. Auch wenn es uns häufig nicht bewusst ist, Software begleitet uns in unserem Leben auf Schritt und Tritt und hüllt uns in ihr digitales Netz. Natürlich spielt Software auch in einem logistischen System eine große Rolle. Denn sie haucht mechanischen Komponenten Intelligenz ein. Mario Rauch, Head of Software Consulting bei KNAPP im Interview darüber, wieso Software keine Wundertüte sein sollte, wieso intelligente Softwareprozesse die Basis für einen erfolgreichen Lagerbetrieb sind und wie Software Consulting bei KNAPP funktioniert.

Mario Rauch, Head of Software Consulting, KNAPP AG
Mario Rauch, Head of Software Consulting, KNAPP AG

In der Gesamtinvestition in ein Logistiksystem entfällt erfahrungsgemäß der wesentlich geringere Anteil auf die Software, wir sprechen hier von etwa 10 Prozent. Im laufenden Betrieb ist sie aber zu 90 Prozent für den intelligenten und reibungslosen Betrieb des Systems verantwortlich. Das richtige Design des Softwarelayouts, analog zum physischen Anlagenlayout, ist deswegen essentiell.

 

Wie erklären Sie Software?

Mario Rauch: Um diese Frage zu beantworten, bringe ich immer gerne ein einfaches Beispiel. Stellen wir uns 2 Autos desselben Modells vor. Die beiden Autos stehen nebeneinander, eines verfügt über eine passende Software, das Andere nicht. Lässt sich auf den ersten Blick ein Unterschied erkennen? Nein – erst, wenn man den Zündschlüssel dreht, merkt man, welches Auto über die Software verfügt. Software sorgt also dafür, dass mechanische Komponenten im richtigen Moment das Richtige tun. Wir sehen also nicht die Software selbst, sondern „nur“ ihre Auswirkung. Dies veranschaulicht gleichzeitig das große Problem von Software, dem wir auch im logistischen Alltag häufig begegnen: Software ist unsichtbar, man kann sie nicht anfassen und so wird ihre Bedeutung häufig unterschätzt.

 

 

Welches Auto springt an? Können Sie auf den ersten Blick erkennen, welches Auto über eine Software verfügt? Software ist unsichtbar, aber nicht unwichtig. Trotzdem wird ihre Bedeutung oft unterschätzt.Welches Auto springt an? Können Sie auf den ersten Blick erkennen, welches Auto über eine Software verfügt? Software ist unsichtbar, aber nicht unwichtig. Trotzdem wird ihre Bedeutung oft unterschätzt.

Welches Auto springt an? Auf den ersten Blick lässt sich nicht erkennen, welches Auto über die passende Software verfügt. Deswegen wird ihre Bedeutung oft unterschätzt.

 

Man könnte meinen, die Software hat ein Imageproblem?

Mario Rauch: (lacht) Überspitzt gesagt, könnte man das so ausdrücken. Es ist nun einmal so, dass bei Investitionen im mehrstelligen Millionenbereich für ein automatisiertes Logistiksystem, der Investitionsanteil der Software tatsächlich meist eine untergeordnete Rolle spielt. Erfahrungsgemäß sprechen wir hier von 10 Prozent der Summe. Nun ist Software also nicht nur unsichtbar, sondern auch im großen Gesamtvolumen der Investition unauffällig. Also wird sie oft stiefkindlich ans Ende der Lösungsentwicklung gestellt.

Warum ist das keine gute Idee?

Mario Rauch: Kurz gesagt, dadurch riskiert man, dass die Softwarelösung zur Wundertüte wird. Denn, erst wenn man sie öffnet – also frühestens bei Inbetriebnahme des Systems – sieht man, ob die Software funktioniert oder eben nicht. Daraus ergeben sich potenziell schwerwiegende Folgen, denn im laufenden Lagerbetrieb hat die Software 90 Prozent Anteil am der Effektivität und der Wirtschaftlichkeit eines Systems. Das bedeutet: Ist die Software nicht optimal auf die Geschäftsfälle, Prozesse, Warenflüsse und Technologien abgestimmt, kann das System niemals seine volle Leistung zeigen. In weiterer Folge heißt das, die gesamte Investition bringt nicht den gewünschten Erfolg.

Wo setzt nun das Software Consulting von KNAPP an?

Mario Rauch: Wir sind davon überzeugt, dass zu Beginn eines Projektes der größte Hebel zur Verfügung steht, um den gesamten Projektverlauf nachhaltig auf die richtigen Schienen zu bringen. Das heißt, wir setzen mit unserem Software Consulting zu einem sehr frühen Zeitpunkt an und arbeiten mit unseren Kunden vom ersten Tag an zusammen. Den Ausgangspunkt bilden dabei die Geschäftsfälle, die Aufgabenstellungen und Unternehmensziele des einzelnen Kunden. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir verstehen lernen, wie der Kunde und sein Geschäft „tickt“, denn wir möchten keine Software-Lösung von der Stange verkaufen. Unser Ziel ist es, die Individualität und die Besonderheiten jedes Kunden und jedes Geschäftes in effiziente Logistik-Prozesse zu übersetzen.

Wir sind davon überzeugt, dass zu Beginn eines Projektes der größte Hebel zur Verfügung steht, um den gesamten Projektverlauf nachhaltig auf die richtigen Schienen zu bringen. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir verstehen lernen, wie der Kunde und sein Geschäft „tickt“, denn wir möchten keine Software-Lösung von der Stange verkaufen. Unser Ziel ist es, die Individualität und die Besonderheiten jedes Kunden und jedes Geschäftes in effiziente Logistik-Prozesse zu übersetzen.

Mario Rauch, Head of Software Consulting, KNAPP AG

Wie funktioniert Software Consulting bei KNAPP?

Mario Rauch: Dazu setzen wir einen methodischen Ansatz ein: Durch diesen Ansatz und in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden wird unsere Software sichtbar, erklärbar, diskutierbar und schließlich definierbar. Kern dieses Ansatzes ist es, in Geschäftsfällen und Prozessen zu denken. Hierbei sind unsere Software-Experten im Haus gefragt, denn sie müssen hervorragende Logiker, Kommunikatoren und Übersetzer in einem sein, indem sie die richtigen Fragen stellen, gut zuhören und die Anforderungen verstehen. Zusätzlich zu diesen persönlichen Fähigkeiten, stellen wir eine umfassende visuelle Methode zur Analyse und Beschreibung logistischer Prozesse bereit. Unterschiedliche Perspektiven und Einstiegsbilder auf diese Prozesse ermöglichen je nach Thema, Projektfortschritt und Ausarbeitungsgrad eine effektive Entwicklung der erforderlichen Softwarelösung. So entsteht vom ersten Tag an Schritt für Schritt das harmonisch abgestimmte Softwarelayout. Dieses wird im Anschluss möglichst verlustfrei in unsere System- und Technologiewelt übersetzt.

 

Schritt für Schritt zur individuellen Logistiklösung. Sobald die Softwareprozesse definiert sind, können diese in konkrete Technologien und eine logistische Gesamtlösung übersetzt werden.
Schritt für Schritt zur individuellen Logistiklösung. Sobald die Softwareprozesse definiert sind, können diese in konkrete Technologien und eine logistische Gesamtlösung übersetzt werden.

Welche Vorteile ergeben sich aus diesem Ansatz?

Aus meiner Sicht schaffen wir durch diesen Ansatz die elementare Basis für die erfolgreiche Umsetzung des Gesamtprojektes und vor allem für nachhaltigen Erfolg unserer Kunden. Durch unsere Methodik wissen der Kunde und auch wir schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wie die logistische Lösung am Ende aussehen und funktionieren wird. Das bedeutet, dass das Investitionsrisiko deutlich sinkt. Denn wir sagen: „Eine Software-Wundertüte können und wollen wir uns definitiv nicht leisten“. Ich bin auch sehr stolz darauf, dass wir durch unseren Zugang gemeinsam mit unseren Kunden schon viele große und schöne Erfolge feiern durften.

Danke für das Gespräch!

5 Minuten Lesezeit
Beitrag enthält Videos
Martina Ogrisek
Martina Ogrisek
Brand Communications
General Retail & E-Commerce Solutions
Welche Trends bewegen die Retail-Branche? Wie lassen sich neue Anforderungen in individuelle Automatisierungslösungen übersetzen? Zu diesen Themen recherchiert und bloggt Martina für Sie. Außerdem bringt Sie Ihnen Wissenswertes aus der Welt der automatischen Lagersysteme und der Arbeitsplatzgestaltung der Zukunft näher.

Teilen

Zusätzliche Informationen

Mehr über Software bei KNAPP erfahren.

 

 

Eine Erfolgsgeschichte für Software Consulting bei KNAPP ist der Victorinox, Traditionsunternehmen und Hersteller des legendären schweizer Taschenmessers. Lesen Sie in unserem exklusiven Baustellen-Talk, wieso Edgar Flecklin, Head of Logistics bei Victorinox Elsener ein Angebot erwartet und einen Workshop bekommen hat – und wieso er heute sehr froh ist, dass es so gekommen ist.

Keine Kommentare zu diesem Beitrag

Schreiben Sie einen neuen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.