Die Integration von AMR erfordert mehr als die Auswahl des passenden Fahrzeugs. Erfolgreiche Projekte berücksichtigen von Beginn an Prozesse, Infrastruktur, IT-Systeme und die zukünftige Skalierung der Lösung. Nur wenn diese Faktoren zusammenspielen, lassen sich Materialflüsse effizient und nachhaltig automatisieren. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration von AMR notwendig sind und worauf Unternehmen bei Planung und Umsetzung achten sollten.
Key Takeaways
Von der Planung bis zur Skalierung: So gelingt die Integration von AMR
Steigende Variantenvielfalt, Fachkräftemangel, höhere Anforderungen an Lieferfähigkeit und zunehmender Kosten- und Wettbewerbsdruck stellen die Produktionslogistik vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig müssen Unternehmen ihre Materialflüsse flexibel an veränderte Produktionsbedingungen anpassen können. Autonome mobile Roboter (AMR) gelten deshalb für viele Industrieunternehmen als wichtiger Baustein der modernen Intralogistik. Sie übernehmen innerbetriebliche Transporte, versorgen Produktionslinien mit Material und verbinden Lager, Produktion und Versand miteinander. Doch die Einführung von AMR ist weit mehr als ein Fahrzeugprojekt. Erfolgreiche Unternehmen betrachten autonome mobile Roboter als Teil eines ganzheitlichen Materialflusses und integrieren Prozesse, Software, Infrastruktur und Mitarbeitende von Anfang an in die Planung.
Was können Unternehmen von autonomen mobilen Robotern erwarten?
Autonome mobile Roboter können einen wesentlichen Beitrag zur Automatisierung von Materialflüssen leisten. Ihr größter Nutzen liegt jedoch nicht im Fahrzeug selbst, sondern in der Fähigkeit, Transporte zuverlässig, transparent und bedarfsgerecht auszuführen. Richtig eingesetzt sorgen AMR für stabile Prozesse, eine bessere Versorgung von Produktionsbereichen und eine höhere Flexibilität bei veränderten Anforderungen.
Typische Ziele von Unternehmen bei der Einführung von AMR

Bei SCHUNK erwartete man sich eine schnellere Verknüpfung zwischen Logistik und Montage, reduzierte Durchlaufzeiten und eine Entlastung der Mitarbeitenden. Mit unserem Open Shuttle hat das Unternehmen eine hervorragende Lösung gefunden.
Mehr dazu im Blog Mobiler Roboter optimiert Transporte bei SCHUNK.
Häufige Missverständnisse
Voraussetzungen für eine erfolgreiche AMR-Integration
Autonome mobile Roboter entfalten ihren größten Nutzen, wenn Prozesse, Infrastruktur und IT-Systeme auf die Automatisierung vorbereitet sind. Vor der Einführung sollten Sie daher prüfen, ob die notwendigen Voraussetzungen in den Bereichen Materialfluss, Umfeld und Systemlandschaft (falls Integration angedacht) erfüllt sind.
Prozesse analysieren und geeignete Use Cases identifizieren:
Richten Sie den ersten Blick auf Ihre bestehenden Materialflüsse: Besonders gut für die Automatisierung mit AMR eignen sich wiederkehrende, standardisierte Transportaufgaben mit klar definierten Start- und Zielpunkten. Typische Anwendungsfälle sind
- Linienversorgung,
- interne Warentransporte,
- Wareneingangs- und Warenausgangstransporte von und zum Ladetor,
- Nachschubprozesse in der Produktion,
- Anbindung ausgelagerter Sonderarbeitsplätze wie Qualitätsstationen, Kitting-Prozesse oder die Versorgung von Kanban-Regalen.
Je klarer und strukturierter ein Prozess ist, desto einfacher lässt er sich automatisieren.
Für diese Anwendungsfälle stehen unterschiedliche Open Shuttle-Lösungen zur Verfügung:
- Open Shuttle 100 und Open Shuttle 50: für den automatisierten Behältertransport ausgelegt
- Open Shuttle Fork: für die autonome Palettenversorgung in Produktion und Lager
- Open Shuttle ASG: für den automatisierten Magazintransport
To Do’s in der Analyse:


Infrastruktur und Layout bewerten
AMR benötigen eine Umgebung, in der sie sicher und zuverlässig navigieren können. Besonders in Produktionsbetrieben bewegen sich Roboter häufig im Mischverkehr mit Staplern, Routenzügen und Mitarbeitenden.
To Do’s in der Analyse/Planung:
IT-Systeme und Schnittstellen frühzeitig berücksichtigen
AMR müssen nicht in jedem Projekt direkt an übergeordnete Systeme angebunden werden. Entscheidend ist, dass Transportaufträge zuverlässig, einfach und passend zum jeweiligen Prozess ausgelöst werden können. Je nach Anwendungsfall kann dies über einfache Signale wie Lichtschranken, über eine Bedienoberfläche oder über Schnittstellen zu ERP-, WMS-, MES- oder SAP-Systemen erfolgen. Je größer und komplexer die AMR-Flotte wird, desto wichtiger werden leistungsfähiges Flottenmanagement, standardisierte Schnittstellen und eine skalierbare IT-Architektur.
Die Open Shuttle-Flotte bei Cummins in Schweden wird zentral über das KiSoft Fleet Control System (FCS) gesteuert. Transportaufträge werden automatisiert priorisiert, Fahrzeuge koordiniert und Materialflüsse transparent überwacht.

Wichtige Fragen:
Warum Flottenmanagement über den Erfolg entscheidet
Mitarbeitende frühzeitig einbinden
Neben Technik und Prozessen spielt auch der Faktor Mensch eine zentrale Rolle. Mitarbeitende sollten frühzeitig eingebunden und geschult werden, damit Akzeptanz entsteht und neue Abläufe reibungslos funktionieren. Besonders wichtig ist es, den konkreten Nutzen von AMR im Arbeitsalltag sichtbar zu machen: Die autonomen mobilen Roboter entlasten bei wiederkehrenden Transportaufgaben, reduzieren manuelle Wege und schaffen mehr Freiraum für wertschöpfende Tätigkeiten.
Da AMR bestehende Arbeitsweisen verändern, sind klare Verantwortlichkeiten, praxisnahe Schulungen und ein aktives Change Management wichtige Voraussetzungen für den langfristigen Projekterfolg.
Mitarbeitende müssen verstehen
Eine durchgängige IT-Integration kann sinnvoll sein, ist aber nicht in jedem Projekt erfolgsentscheidend. Entscheidend ist zunächst, dass Transportaufträge zuverlässig ausgelöst, priorisiert und an das Flottenmanagement übergeben werden.
Planung: 5 Schritte, wie ihr AMR-Rollout gelingt
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Schritt
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Ziel
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Was passiert in diesem Schritt?
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| 1. Ziele und Einsatzgebiete definieren | Die richtigen Anwendungsfälle identifizieren | Legen Sie fest, welche Herausforderungen gelöst werden sollen – beispielsweise Fachkräftemangel, manuelle Materialbewegungen oder eine unzureichende Produktionsversorgung. Analysieren Sie anschließend, welche Materialflüsse sich für den Einsatz von AMR eignen, etwa die Linienversorgung, Behältertransporte, Palettenversorgung oder die Anbindung von Produktionsbereichen. |
| 2. Prozesse und Infrastruktur analysieren | Die Basis für eine erfolgreiche Automatisierung schaffen | Erfassen Sie bestehende Materialflüsse, Transportmengen, Wegstrecken und Engpässe. Gemeinsam mit AMR-Expert:innen können anschließend Infrastruktur, Übergabestationen, Verkehrswege und Sicherheitsanforderungen geprüft werden, um die technische Machbarkeit abzusichern. |
| 3. IT- Systeme integrieren | Einen durchgängigen Materialfluss ermöglichen | Definieren Sie, wie Transportaufträge entstehen, priorisiert und an das Flottenmanagement übergeben werden. ERP-, WMS-, MES- oder SAP-EWM-Systeme sollten bei Bedarf nahtlos mit dem Flottenmanagement kommunizieren können. Entscheidend sind klar definierte Schnittstellen, eine zuverlässige Auftragssteuerung und stabile Netzwerke. |
| 4. Pilotprojekt umsetzen | Risiken reduzieren und Erfahrungen sammeln | Starten Sie mit einem klar abgegrenzten Anwendungsfall. Der Pilot sollte zeigen, ob Prozesse, Schnittstellen, Sicherheit und Nutzerakzeptanz im Realbetrieb funktionieren und ob die definierten Ziele erreicht werden. Ein Proof of Concept (PoC) oder eine Demostellung hilft dabei, Anforderungen frühzeitig zu überprüfen, Risiken zu minimieren und die Grundlage für einen erfolgreichen Rollout zu schaffen. |
| 5. Rollout skalieren und optimieren | Die Lösung langfristig ausbauen | Erweitern Sie die AMR-Lösung schrittweise um weitere Fahrzeuge, Stationen oder Anwendungsbereiche. Schulungen befähigen Ihr Team, Anpassungen selbst vorzunehmen und weitere Fahrzeuge eigenständig in Betrieb zu nehmen. So lassen sich Rollouts effizient skalieren und Verkehrsregeln, Auftragslogik sowie Flottensteuerung kontinuierlich optimieren. |
Erfolgreiche AMR-Projekte beginnen in der Planung. Wer Prozesse, Infrastruktur, IT und Skalierung von Anfang an gemeinsam betrachtet, schafft die Basis für eine langfristig erfolgreiche Automatisierung.

Dank des modularen Open Shuttle-Portfolios können Unternehmen ihre Automatisierung schrittweise erweitern – von einzelnen Fahrzeugen bis hin zu gemischten Flotten mit unterschiedlichen Fahrzeugtypen.
Warum scheitern AMR-Projekte?
AMR-Projekte geraten häufig dann ins Stocken, wenn wichtige Rahmenbedingungen zu spät oder zu ungenau geklärt werden. Typische Ursachen sind:
Ungeeignete oder unklar definierte Use Cases:
Unzureichend geprüfte Infrastruktur:
Eine unzureichende Netzwerkabdeckung:
Zu wenig Fokus auf Skalierung:
Fehlende Einbindung der Mitarbeitenden:
Unvollständige Kostenbetrachtung:

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Fazit
Autonome mobile Roboter wie die Open Shuttles ermöglichen einen flexiblen Einstieg in die Automatisierung von Materialflüssen. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist jedoch nicht allein die Technologie, sondern ein geeigneter Anwendungsfall und eine vorausschauende Planung. Wer zudem die spätere Skalierung von Beginn an berücksichtigt, schafft die Grundlage für eine leistungsfähige und flexibel erweiterbare Produktionslogistik.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Integration von autonomen mobilen Robotern (AMR)
Welche Prozesse eignen sich besonders für die Automatisierung mit AMR?
AMR eignen sich besonders für wiederkehrende, standardisierte Materialflüsse mit klaren Start- und Zielpunkten, etwa Behälter- und Palettenbewegungen, Linienversorgung, Kitting-Prozesse oder die Versorgung von Kanban-Regalen. Je standardisierter ein Prozess ist, desto einfacher lässt er sich automatisieren.
Wann sind AMR nicht die optimale Lösung?
AMR bieten hohe Flexibilität, sind jedoch nicht für jeden Materialfluss die wirtschaftlichste Lösung. Bei sehr hohen und dauerhaft konstanten Transportvolumina kann klassische Fördertechnik Vorteile bieten. Auch Materialflüsse mit häufig wechselnden Abläufen, unklaren Übergabepunkten oder stark variierenden Anforderungen sollten zuerst genauer analysiert und bei Bedarf standardisiert werden, bevor sie automatisiert werden.
Wie lange dauert die Integration von autonomen mobilen Robotern?
Die Dauer eines AMR-Projekts hängt von Faktoren wie Anwendungsfall, Prozesskomplexität, Integrationsaufwand und Flottengröße ab. Während einzelne Pilotprojekte häufig innerhalb weniger Monate umgesetzt werden können, erfordern größere Rollouts mit mehreren Fahrzeugen und Systemanbindungen meist eine längere Planungs- und Umsetzungsphase.
Wie viele AMR werden für einen Anwendungsfall benötigt?
Die erforderliche Anzahl hängt von Faktoren wie Transportvolumen, Wegstrecken, Auftragsprioritäten und gewünschten Reaktionszeiten ab. Eine Materialflussanalyse hilft dabei, die passende Flottengröße zu bestimmen.
Wie sicher sind AMR im Mischverkehr?
AMR sind für den Einsatz im Mischverkehr mit Mitarbeitenden und anderen Transportmitteln ausgelegt. Voraussetzung dafür sind klar definierte Verkehrsregeln sowie eine fachgerechte Planung und Integration in die bestehenden Prozesse.
Können AMR mit ERP-, WMS- oder SAP-Systemen verbunden werden?
Ja. Über geeignete Schnittstellen können AMR-Transportaufträge direkt aus ERP-, WMS-, MES- oder SAP-Systemen übernehmen. Dadurch lassen sich Materialflüsse weitgehend automatisieren und transparent steuern
Können AMR nachträglich erweitert oder skaliert werden?
Ja. Einer der größten Vorteile von AMR ist ihre Skalierbarkeit. Unternehmen können zusätzliche Fahrzeuge, Übergabestationen oder Anwendungsbereiche schrittweise ergänzen und die Lösung an veränderte Anforderungen anpassen. Ein passendes Schulungspaket wie es für die Open Shuttles verfügbar ist, unterstützt Ihr Team dabei, Anpassungen selbst vorzunehmen und weitere Fahrzeuge eigenständig in Betrieb zu nehmen.
Wann lohnt sich die Einführung von AMR wirtschaftlich?
Die Wirtschaftlichkeit hängt von den bestehenden Transportprozessen, dem Automatisierungspotenzial und den Betriebskosten ab. Besonders bei häufigen, wiederkehrenden Transportaufgaben können AMR dazu beitragen, Ressourcen effizienter einzusetzen und Prozesse zu stabilisieren. Erfahren Sie mehr im Blog Autonome mobile Roboter: Kosten & ROI
Die Autoren dieses Beitrags:
Julia Reiger
Sales Manager Open Shuttles
Julia ist Sales Manager für die Open Shuttles bei der KNAPP Industry Solutions GmbH. Sie unterstützt Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung von Automatisierungs- und Intralogistiklösungen mit autonomen mobilen Robotern. Als Schnittstelle zwischen Kundenanforderungen und Lösungsentwicklung begleitet sie Projekte von der ersten Beratung über die Konzeptentwicklung bis hin zur erfolgreichen Umsetzung.

Stefanie Terler
Marketing Manager Industry Solutions
Welche Trends und Herausforderungen prägen die produzierende Industrie? Und wie können intelligente Automatisierungslösungen Unternehmen dabei unterstützen, effizienter und zukunftssicherer zu werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Stefanie in unserem Blog. Sie recherchiert, analysiert und schreibt über innovative Technologien, autonome mobile Roboter und moderne Intralogistiklösungen, die Produktions- und Logistikprozesse nachhaltig optimieren.
