Fahrerlose Transportsysteme (FTS): Definition, Einsatz, Vorteile im Überblick

Veröffentlicht am in Industry

Fahrerlose Transportsysteme automatisieren interne Transportprozesse in Produktion und Lager. Sie bringen Effizienz, Sicherheit und Flexibilität in die Intralogistik. Von der Definition bis zur Praxis: Erfahren Sie, welche Arten von FTS es gibt, wo sie eingesetzt werden und wann sie einen Mehrwert für Ihr Unternehmen bringen.

Stefanie Terler
Stefanie Terler
Communications & PR
Industry Solutions
Welche Trends und Herausforderungen bewegen die produzierende Industrie? Wie sehen intelligente Automatisierungslösungen für diese Branche aus? Zu diesen Themen recherchiert und bloggt Stefanie für Sie.

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Key Takeaways

  • Fahrerlose Transportsysteme (FTS) automatisieren innerbetriebliche Transportprozesse in Produktion, Lager und Intralogistik und sorgen für konstante, sichere Materialflüsse.
  • Die Begriffe FTS, AGV, FTF und AMR unterscheiden sich technisch, werden in der Praxis jedoch häufig vermischt. Moderne AMR-basierte Systeme erweitern klassische FTS um autonome Navigation und höhere Flexibilität.
  • Je nach Anwendung kommen unterschiedliche FTS-Arten zum Einsatz, darunter Plattform-FTS, Gabelstapler-FTS, Unterfahrfahrzeuge, Schleppfahrzeuge sowie Spezial- und Schwerlastlösungen.
  • Navigationstechnologien reichen von spurgeführten Systemen bis zu SLAM-basierter Navigation, die eine flexible Orientierung ohne physische Führungselemente ermöglicht.
  • Der Einsatz von FTS lohnt sich besonders bei hohem Transportaufkommen, mehreren Schichten und Fachkräftemangel, da Prozesse stabilisiert, Kosten gesenkt und Mitarbeitende entlastet werden.

Was sind fahrerlose Transportsysteme (FTS)?

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) sind automatisierte Fahrzeuge für den innerbetrieblichen Materialtransport in Produktion, Lager und Intralogistik. Sie arbeiten ohne menschlichen Fahrer teil- oder vollautonom.

Woraus besteht ein FTS?

Ein FTS besteht aus fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF), einer zentralen Steuerungssoftware sowie Sicherheits- und Navigationstechnologien.

Zwei autonome Roboter bewegen sich durch einen sauberen, modernen Lagergang, der mit Metallregalen und Industrieanlagen ausgestattet ist.

Abgrenzung der Begriffe: FTS, FTF, AMR, AGV (Was ist was?)

In der Branche werden die Begriffe FTS, FTF, AGV und AMR oft synonym verwendet; technisch gibt es jedoch klare Unterschiede.

Begriff

Definition und Merkmale

Einordnung

FTS (Fahrerloses Transportsystem) Innerbetriebliches, flurgebundenes Fördersystem mit automatisch gesteuerten Fahrzeugen für den Materialtransport Übergeordnetes Gesamtsystem
FTF (Fahrerloses Transportfahrzeug) Einzelnes fahrerloses Fahrzeug innerhalb eines FTS, das Transportaufgaben autonom oder teilautonom ausführt Bestandteil eines FTS
AGV (Automated Guided Vehicle) Klassisches fahrerloses Transportfahrzeug mit meist spurgeführter Navigation entlang definierter Routen Entspricht einem FTF, Internationale Bezeichnung
AMR (Autonomer mobiler Roboter bzw. Autonomous mobile Robots) Autonom agierendes Fahrzeug mit freier Navigation, das mithilfe von Technologien wie SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) seine Umgebung erkennt und Routen dynamisch anpasst Technologische Weiterentwicklung des FTF/AGV mit hoher Autonomie

Bei KNAPP werden diese Fahrzeugtypen unter dem Begriff Open Shuttles zusammengefasst. Aus technischer Sicht sind es autonome mobile Roboter. Erfahren Sie mehr über AMR in unserem Blog „Autonome mobile Roboter: Definition, Einsatz, Vorteile“.

Welches Transportsystem ist für welche Umgebung und welchen Anwendungsfall geeignet?

Während klassische FTS in klar definierten Prozessumgebungen arbeiten, sind autonome mobile Roboter (AMR) stärker auf flexible Navigation ausgelegt. Welche Lösung geeignet ist, hängt von Faktoren wie Prozessstabilität, Transportfrequenz, Umgebung und Integrationsgrad ab.

Eine detaillierte Gegenüberstellung von AMR und FTS finden Sie in unserem Blogbeitrag AMR und AGV: Unterschiede der fahrerlosen Transportsysteme.

Automatisierte Roboter mit blauen Lichtern navigieren durch eine saubere, moderne Fabrikhalle, die mit Regalen, Geräten und Industriebedarf gefüllt ist.

Ein FTS ist die richtige Wahl, wenn:

  • Sie große Lasten (z. B. schwere Karosserieteile) auf immer gleichen Strecken bewegen.
  • Der Materialfluss einem festen Takt folgt (Produktionslinie).
  • Die Umgebung sehr geordnet ist und kaum unvorhersehbare Hindernisse auftreten.

Ein AMR ist die richtige Wahl, wenn:

  • Sie eine hohe Flexibilität in der Versorgung von Produktionslinien oder Kommissionierung benötigen.
  • Der Lageraufbau sich häufig ändert oder viele Menschen und manuelle Stapler im gleichen Bereich arbeiten (Mischbetrieb).
  • Sie das System schrittweise skalieren und ohne physische Eingriffe in die Halleninfrastruktur erweitern wollen.
Icon Kreativität

Experten-Tipp: Moderne Flottensteuerungen ermöglichen heute eine herstellerübergreifende Interoperabilität. Durch Standards wie VDA 5050 (mobile Roboter Kommunikationsschnittstelle des Verbands der Automobilindustrie) können FTS, AMR und manuelle Flurförderzeuge verschiedener Anbieter in einer integrierten Gesamtlösung zusammenarbeiten.

Warum fahrerlose Transportsysteme in der Intralogistik an Bedeutung gewinnen

Steigende Produktionsvolumina, kürzere Lieferzeiten, zunehmende Variantenvielfalt und anhaltender Fachkräftemangel fordern Unternehmen heraus, ihre internen Materialflüsse effizienter und flexibler zu gestalten. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Prozesssicherheit, Skalierbarkeit und Flexibilität. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) übernehmen wiederkehrende, monotone Transportaufgaben zuverlässig. Sie spielen Fachkräfte für wertschöpfende Tätigkeiten frei, sorgen für konstante und sichere Transporte und unterstützen planbare Abläufe im Unternehmen.

Ein Lagerhaus mit gestapelten Kartons auf Paletten, einem autonomen KNAPP-Roboter und Industrieanlagen unter hellen Deckenleuchten.

Marktentwicklung & Kennzahlen: Wie sich der FTS-Markt entwickelt

Der Markt für mobile Transportroboter (FTS und AMR) wächst weltweit mit hoher Dynamik. Das globale Marktvolumen lag 2025 bei mehreren Milliarden US‑Dollar und wird sich in den kommenden Jahren deutlich vervielfachen. Prognosen gehen von Wachstumsraten im zweistelligen Bereich aus, wodurch der Markt bis Anfang der 2030er‑Jahre auf bis zu 20 Milliarden US‑Dollar anwachsen wird. Europa zählt zu den wichtigsten Regionen weltweit und erreicht einen globalen Marktanteil von rund 30 %. Es wird ebenfalls ein Sprung auf über 3 Mrd. US-Dollar bis 2030 erwartet. [Grand View Research, Grand View Research Europe Outlook]

Auch die Anzahl eingesetzter Systeme steigt kontinuierlich: Allein im Jahr 2024 wurden weltweit rund 200.000 professionelle Serviceroboter verkauft, wobei mehr als die Hälfte im Bereich Transport und Logistik eingesetzt wird. Damit zählen mobile Robotersysteme zu den zentralen Wachstumstreibern der Intralogistik. [International Federation of Robotics].

Ein autonomer mobiler Roboter navigiert durch eine hell beleuchtete, moderne Fabrikhalle mit Maschinen, Metallregalen und einem Arbeiter im Hintergrund. Der Roboter durchquert eine markierte gelb-schwarz gestreifte Sicherheitszone.

Experten gehen von jährlichen Wachstumsraten (CAGR) bei FTS von 8 bis 10 % [Grand View Research] aus; bei AMR sind es sogar zwischen 14 und 19 % [Grand View Research, Global Market Insights].

Top-Trends im Markt der FTS

Autonome Navigation statt fester Infrastruktur

Moderne FTS setzen verstärkt auf LiDAR‑Sensoren (Light Detection and Ranging), 3D‑Kameras und SLAM‑basierte Navigation. Gekoppelt mit Künstlicher Intelligenz „verstehen“ die Fahrzeuge ihre Umgebung, erkennen Hindernisse präzise und umfahren sie autonom.

Smarte Flottenkoordination & Interoperabilität

Standardisierte Schnittstellen wie VDA 5050 ermöglichen die Integration unterschiedlicher Fahrzeugtypen und Hersteller in eine gemeinsame Leitsteuerung. Ein System steuert zeitgleich den autonomen Gabelstapler und das Transportfahrzeug für Behälter und Paletten.

Vorausschauende Wartung & Energiemanagement

Durch die kontinuierliche Analyse von Betriebsdaten lassen sich Wartung und Energieverbrauch optimieren. Vorausschauende Instandhaltung reduziert ungeplante Stillstände und erhöht die Effizienz im laufenden Betrieb.

Arten von fahrerlosen Transportsystemen

Fahrerlose Transportsysteme existieren in unterschiedlichen Bauformen, die je nach Anwendung und Transportgut eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Plattformfahrzeuge, Gabelstapler-FTS, Unterfahrfahrzeuge oder Schleppfahrzeuge, die jeweils spezifische Transportaufgaben übernehmen.

Die Unterscheidung richtet sich primär nach der Bauart, der Funktion und den integrierten Lastaufnahmemitteln, wie etwa Rollenförderern oder Hubgabeln:

Mehrere Fahrerlose Transportsysteme mit grünem Licht und eine größere zentrale KNAPP-Einheit sind in einer dunklen Industriehalle aufgereiht.

Plattform-FTS

Diese automatisierten Fahrzeuge für die Intralogistik besitzen eine Ladefläche, auf der unterschiedliche Ladungsträger (Container, Behälter usw.) transportiert werden. Wir von KNAPP bieten mit den autonomen Open Shuttles ein breites Portfolio:

Fahrerlose Transportsysteme für den Behältertransport

Die Open Shuttles, als Weiterentwicklung von FTS, transportieren Behälter, Kartons und Trays bis 120 kg. Je nach Ausführung können ein oder zwei Behälter gleichzeitig transportiert werden. Behältertransport-Lösungen >

Fahrerlose Transportsysteme für Magazine und Trays

Magazine, Reels und Trays mit einem Gewicht von bis zu 50 kg lassen sich effizient mit den Open Shuttles bewegen. Sie verfügen über eine integrierte Breitenverstellung, wodurch unterschiedlich breite Ladungsträger aufgenommen und fixiert werden können. Transportlösungen für Magazine und Trays >

Schleppfahrzeuge

Schleppfahrzeuge ziehen fahrerlos einen oder mehrere Wagen oder Anhänger und eignen sich vor allem für große Mengen und längere Strecken

Gabelstapler-FTS

Ein Gabelstapler-FTF ist ein automatisierter Stapler mit Hubfunktion, der Paletten und Sonderladungsträger direkt von Boden, aus Regalen oder von Förderbändern heben und transportieren kann.

Fahrerlose Transportsysteme für Paletten   

Mit dem Open Shuttle Fork transportieren Sie Paletten, Gestelle, Regale oder Sonderladungsträger mit einem Gewicht von bis zu 1.300 kg. Palettentransport-Lösungen >

Unterfahrfahrzeuge

Diese fahrerlosen Transportsysteme sind sehr flach gebaut, um direkt unter Paletten, Rollwagen, Regale oder aufgebockte Container zu fahren.

Speziallösungen und Schwerlast-FTS

Für außergewöhnliche Anforderungen wie etwa den Transport von meterlangen Rohren kommen Schwerlast-FTS zum Einsatz. Sie sind auf große und schwere Güter spezialisiert und kommen überwiegend im Automotive-Bereich oder in der Stahlindustrie zum Einsatz.

Technologie & Intelligenz: Wie funktionieren fahrerlose Transportsysteme?

Fahrerlose Transportsysteme funktionieren durch das Zusammenspiel von Navigationstechnologie, Sensorik und zentraler Steuerungssoftware.
Sie erfassen ihre Umgebung, planen Fahrwege automatisch und führen Transportaufträge eigenständig und koordiniert aus.

Navigation und Sensorik: von der Spurführung zur freien Navigation

FTS nutzen unterschiedliche Navigationsverfahren, um sich in ihrer Umgebung zu orientieren:

Spurgeführte Navigation:

Magnetische Bänder, optische Linien oder stromführende Drähte sind im Boden verlegt, Sensoren der FTS folgen dieser Spur.

Markerbasierte Navigation:

Die Orientierung des fahrerlosen Transportfahrzeuges erfolgt anhand von optischen Markern (z.B. QR-Codes, Barcodes), die am Boden oder an definierten Punkten angebracht werden.

Lasernavigation/Konturnavigation:

Das Fahrzeug orientiert sich an festen Umgebungsstrukturen (Wände, Stützen, Regale), die von Laserscannern erfasst werden.

SLAM-Navigation (Simultaneous Localization and Mapping):

Das FTS erstellt selbstständig eine Karte der Umgebung und lokalisiert sich darauf, Einsatz von LiDAR (Light Detection und Ranging), Kamera oder Sensorsystemen. SLAM wird bei modernen autonomen FTS, hauptsächlich bei AMR, eingesetzt und ermöglicht flexible Navigation ohne physische Führungselemente. Auf diese Technologie bauen auch die Open Shuttles, die mittels Laserscanner navigieren und sich anhand von virtuellen Linien orientieren.

Kamerabasierte Navigation:

Das fahrerlose Transportsystem nutzt Kameras zur Spur , Marker oder Objekterkennung.

FTS-Software: Steuerungs- und Leitsysteme

Steuerungs- und Leitsysteme bilden als Flotten- und Energiemanagement das zentrale Gehirn von fahrerlosen Transportsystemen. Sie übernehmen die übergeordnete Materialflusssteuerung, indem sie Fahrwege, Aufträge und Flottenbewegungen basierend auf Echtzeit-Daten koordinieren. Sie sorgen dafür, dass Transporte effizient geplant und ausgeführt werden und fungieren als Schnittstelle zwischen der physischen Intralogistik und übergeordneten IT- und Warehousemanagement-Systemen (WMS, WCS, ERP,...).

Die Software für FTS und AMR KiSoft FCS verwaltet, steuert und koordiniert sämtliche Transportaufträge der Open Shuttles und manuell betriebener Flurförderzeuge in einem System.

Person, die einen Laptop mit einem Lagerplan und Daten von Fahrerlose Transportsysteme in der Hand hält, steht in einer Industrieanlage mit Regalen und Maschinen.

Die genaue Unterscheidung ist dabei wie folgt:

Kriterium

Steuerung (Vehicle Control)

Leitsystem (Fleet Management)

Ebene Fahrzeug Gesamtsystem / Flottenebene
Ort Im Fahrzeug (FTF) Server / zentrale Software
Aufgaben
  • Antrieb steuern (Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsen)
  • Lenken/Navigation umsetzen
  • Sensorik auswerten
  • Sicherheitsfunktionen
  • Transportaufträge verwalten und verteilen
  • Fahrzeuge koordinieren
  • Routen berechnen und optimieren
  • Verkehrsregeln festlegen
  • Ladezyklen planen
  • Kommunikation mit ERP/WMS/WCS
Einordnung Führt Fahrbefehle Erstellt und verteilt Fahrbefehle
Fokus Technische Umsetzung & Sicherheit Effizienz & Materialfluss

Sicherheitskonzepte und Normen (ISO 3691-4)

Moderne FTS verfügen über mehrstufige Sicherheitsfelder, die mittels Laserscannern überwacht werden. Wird ein Hindernis oder eine Person im Warnfeld erkannt, drosselt das System die Geschwindigkeit.

Im Schutzfeld erfolgt ein sofortiger Stopp. Die Norm ISO 3691-4 definiert die genauen sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfverfahren und gilt sowohl für FTS als auch für AMR. Diese Anforderungen umfassen:

Personen‑ und Hinderniserkennung mittels zertifizierter Sicherheitssensorik

Sichere Halt- und Not-Halt-Funktionen

Geschwindigkeitsüberwachung abhängig von Umgebung und Situation

Unterschiedliche Betriebsarten wie Automatik‑, Hand‑ oder Wartungsbetrieb

Mit zunehmender Vernetzung und Autonomie von FTS‑ und AMR‑Systemen gewinnen funktionale Sicherheit und Cybersecurity gleichermaßen an Bedeutung. Moderne Systeme setzen auf ganzheitliche Safety- und Security-Konzepte – von verschlüsselter Kommunikation und klaren Zugriffskontrollen bis hin zu sensorbasierter Personenerkennung gemäß ISO 3691-4.

Ein lächelnder Mann in einem hellblauen Hemd steht mit verschränkten Armen in einem Büro, das auf Fahrerlose Transportsysteme spezialisiert ist.
Stefan Kaltner
Product Manager Open Shuttles

Praxis-Check: Wo kommen FTS zum Einsatz?

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) optimieren und automatisieren den innerbetrieblichen Materialtransport. Sie sind branchenübergreifend einsetzbar:

  • Industrie und Produktion
  • Automotive und Maschinenbau
  • Handel und E-Commerce
  • Lebensmittel- & Getränkeindustrie
  • Pharma und Healthcare-Industrie

Überall dort, wo Material, Waren, Paletten oder Komponenten regelmäßig und sicher transportiert werden müssen, können sie eingesetzt werden. Typische Einsatzgebiete sind der innerbetriebliche Transport, die Produktionsversorgung, die Verknüpfung von Maschinen und die Kommissionierung.

Fahrerlose Transportsysteme können sowohl im Indoor- als auch im Outdoor-Bereich eingesetzt werden.

Was kosten fahrerlose Transportsysteme und wann lohnt sich die Investition?

Die Kosten für fahrerlose Transportsysteme hängen von der Anfangsinvestitionen für Hardware, Software und Infrastruktur, die Integration in bestehende Prozesse sowie laufende Betriebskosten wie Wartung und Service ab.

Trotz dieser Investitionen zählen FTS zu den wirkungsvollsten Hebeln, um Effizienz und Prozessstabilität in der Intralogistik zu steigern. Durch automatisierte, kontinuierliche Transporte können Personalressourcen gezielter eingesetzt und Fehler reduziert werden. Wirtschaftlich betrachtet erzielen FTS in vielen Projekten einen Return on Investment (ROI) von 1 bis 3 Jahren, abhängig von Einsatzbereich, Schichtmodell und Unternehmensgröße.

Erfahren Sie mehr über die Kosten von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) >

Ein mobiler Roboter transportiert Artikel durch einen Lagergang und verdeutlicht die Vorteile und Kosten eines fahrerlosen Transportsystems.

Vorteile und Nachteile von fahrerlosen Transportsystemen

Fahrerlose Transportsysteme bieten zahlreiche Vorteile wie Effizienzsteigerung, Prozesssicherheit und Entlastung der Mitarbeitenden, erfordern jedoch eine sorgfältige Planung und Integration. Die Wirtschaftlichkeit hängt dabei stark von den spezifischen Einsatzbedingungen ab.

Vorteile FTS

24/7 Verfügbarkeit:

konstante Leistung ohne Schwankungen

Entlastung der Mitarbeitenden:

Reduktion körperlich belastender Aufgaben

Prozessstabilität:

Geringe Fehlerquoten, Kostenreduktion und konstante Transporte

Sicherheit:

Hinderniserkennung und normkonforme Sicherheitskonzepte

Flächeneffizienz:

geringerer Platzbedarf als manuelle Stapler

Transparenz und Nachvollziehbarkeit:

datenbasierte Steuerung und Optimierungen

Skalierbarkeit:

Erweiterungen der Flotte und Anpassungen möglich

Nachteile FTS

Planungsaufwand:

sorgfältige Analyse der Prozesse notwendig

Investitionsbedarf:

Anschaffungs- und Integrationskosten

Integrationskomplexität:

Einbindung in bestehende IT- und Logistiksysteme

Einschränkungen bei variablen Prozessen:

spontane Änderungen bei FTS begrenzt abbildbar (Ausnahme AMR)

IT-Infrastruktur:

Stabile IT-Infrastruktur notwendig

Prozessabhängigkeit:

geeignet für klar definierte und wiederkehrende Transportabläufe (Ausnahme AMR)

Fazit: Wann lohnt sich der Einsatz eines fahrerlosen Transportsystems (FTS)?

Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich der Einsatz eines fahrerlosen Transportsystems vor allem dann, wenn interne Transporte einen hohen Anteil an den Prozesskosten haben und gleichzeitig wenig Wertschöpfung generieren. Sehen Sie sich dazu unsere FTS-Checkliste an.

Checkliste: FTS, ja oder nein?

Kriterium
FTS Potenzial hoch, wenn...
Schichtmodell
im 2- oder 3-Schicht-Betrieb gearbeitet wird.
Transporte
die Transportaufgaben repetitiv sind.
Personal
Fachkräftemangel oder starke Fluktuation besteht
Wegstrecke
die Transportwege lang und zeitintensiv sind.
Ladung/Standardisierung
mit einheitlichen Ladungsträgern (Paletten, Behälter,…) gearbeitet wird.
Qualität/Fehlerrate
Transportschäden oder Fehler durch manuelles Handling reduziert werden soll.
IT-Infrastruktur
ein modernes WMS/ERP-System zur Anbindung vorhanden ist
Sicherheit
ein hoher Sicherheitsstandard im Mischbetrieb gefordert ist.

FAQ – Häufige Fragen zu fahrerlosen Transportsystemen

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen FTS und AMR?

Ein klassisches fahrerloses Transportsystem folgt vorgegebenen Spuren und stoppt bei Hindernissen, während ein autonomer mobiler Roboter (AMR) intelligente Software und Sensorik nutzt, um Hindernisse autonom zu umfahren und die Route flexibel anzupassen.

Sind FTS sicher im Mischbetrieb mit Menschen?

Ja. Fahrerlose Transportsysteme sowie die Open Shuttles erfüllen die strengen Anforderungen der ISO 3691-4. Sie verfügen über Sicherheitsfunktionen wie Laserscanner, Hinderniserkennung, Geschwindigkeitsanpassung und Not-Stopp-Funktionen.

Kann eine Flotte an FTS nachträglich erweitert werden?

Ja, FTS und insbesondere AMR-basierte Systeme wie die Open Shuttles sind auf maximale Skalierbarkeit ausgelegt. Fahrzeuge lassen sich schrittweise ergänzen, Routen anpassen und Transportaufgaben erweitern, oft ohne große Eingriffe in die bestehende physische Halleninfrastruktur.

Für welche Branchen eignen sich FTS besonders?

Fahrerlose Transportsysteme werden branchenübergreifend eingesetzt, unter anderem in der Automobilindustrie, im Maschinenbau, im E-Commerce, im Einzelhandel und in der Pharma- und Lebensmittelindustrie.

Was kostet ein fahrerloses Transportsystem?

Die Kosten für ein fahrerloses Transportsystem (FTS) hängen stark von Faktoren wie Fahrzeugtyp, Anzahl der Fahrzeuge, Software, Integrationsaufwand und Infrastruktur ab. In der Praxis umfassen die Gesamtkosten sowohl die Anfangsinvestition für Hardware und Software als auch laufende Kosten für Wartung, Service und Betrieb.  Erfahren Sie mehr über die Kosten von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) >

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