Innovation seit 1952 – Die KNAPP Unternehmensgeschichte

Veröffentlicht am in Standorte, Unternehmen, Karriere bei KNAPP
08:00 Minuten Lesezeit

Was heute ein führendes Technologieunternehmen mit 54 Standorten auf der ganzen Welt ist, begann 1952 ganz bescheiden: in einer kleinen Werkstatt im Keller von Firmengründer Günter Knapp.

Mit viel Pioniergeist, technischem Know-how und dem Mut, neue Wege zu gehen, legte er den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Aus ersten Entwicklungen und maßgeschneiderten Lösungen entstand Schritt für Schritt ein internationaler Player, der Innovation in der Intralogistik vorantreibt. Entscheidend dabei war immer der Blick nach vorne: Trends früh erkennen, Technologien weiterdenken und gemeinsam mit den besten Köpfen neue Maßstäbe setzen. Diese Haltung prägt KNAPP bis heute und macht das Unternehmen zu dem, was es ist: ein Ort für Innovation, Wachstum und starke Teams.

Die Anfänge: Erfindergeist und Pragmatismus

Günter Knapp wurde am 9. Oktober 1907 in Marburg in Slowenien geboren und studierte an der TU-Graz Maschinenbau. Bis zur Gründung seines eigenen Unternehmens arbeitete er bei der Steirischen Elektrizitätsgesellschaft als technischer Betriebsleiter. Im Jahr 1952 richtete er in seinem Keller eine kleine Werkstatt ein und gründete ein Einzelunternehmen mit zwei Mitarbeitern.

Ein älterer Mann im Anzug und mit gestreifter Krawatte sitzt an einem Schreibtisch und schreibt auf ein Blatt Papier.

Er konzentrierte sich zunächst auf eigene Entwicklungen, beispielsweise Ölbrenner, die gezielt auf die damaligen Anforderungen in Österreich abgestimmt waren. Für die größeren Zerstäuberdüsen sicherte er sich sein erstes Patent. Parallel dazu fertigte das Unternehmen auch Öltanks und Ölpumpen, unter anderem für ein ölbeheiztes Kraftwerk der Steweag bei Frohnleiten. Das Team übernahm außerdem Service- und Reparaturarbeiten für unterschiedlichste Maschinen, etwa in Bäckereien oder Heizungsanlagen.

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer alten Maschine, die Krapfen befüllen kann.

In dieser Zeit entstanden auch weitere Eigenentwicklungen, darunter die bekannte Krapfenfüllmaschine, die heute im Headquarter in Hart bei Graz ausgestellt ist, sowie eine Bestäubungsanlage für Firn-Zuckerl und Milchpumpen zur Abfüllung in Kannen.

Der Einstieg in die Fördertechnik

Auf der Suche nach mehr Raum übersiedelte das Unternehmen 1960 nach Graz-Waltendorf. Das neue Gelände bestand aus einer 12 x 12 Meter großen Halle und einem Büro. Dort entwickelte Günter Knapp einen ersten Kommissionierautomaten für den Pharmahandel. Eine Innovation, die ihrer Zeit noch voraus war, aber den Grundstein für die weitere Entwicklung legte. In den folgenden Jahren etablierte sich KNAPP als Hersteller von Paternostern, Lastenaufzügen und Förderanlagen – bereits mit ersten elektronischen Steuerungen. Zu den frühen Kunden zählten unter anderem Herba, mit dem bis heute eine enge Partnerschaft besteht, sowie Unternehmen wie Stiefelkönig, Sorger, Bosch und Kastner & Öhler

Parallel dazu blieb der Kundenservice ein zentraler Bestandteil des Geschäfts und sicherte die Auslastung des wachsenden Teams. Mit steigender Nachfrage und entwickelte sich auch eine Internationalisierung: Erste Auslandsaufträge folgten bereits Anfang der 1970er-Jahre mit dem Pharma-Großhändler Dr. Krey & Vigener. Neue Märkte, insbesondere im deutschen Pharmagroßhandel, eröffneten zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten und festigten den Ruf als zuverlässiger Anlagenbauer.

One of the largest conveyor systems for pharmaceutical wholesaler Herba.
Anlage Pharma-Großhändler Herba
Einer der ersten Aufträge kam vom Pharma-Großhändler Herba in Graz. Diese Zusammenarbeit besteht bis heute.
Mehr über unsere Healthcare-Lösungen erfahren. Mehr über unsere Healthcare-Lösungen erfahren.
A shoe box is being transported by a goods lift at Stiefelkönig.
Lastenaufzug Stiefelkönig
Für Stiefelkönig, die Bäckerei Sorger und den Autobatteriehersteller Bosch wurden Lastenaufzüge und Förderbänder gefertigt.
Mehr über unsere Fashion-Lösungen erfahren. Mehr über unsere Fashion-Lösungen erfahren.
Goods handling in pharmaceutical wholesale
Arzneigroßwarenhandling HESTAG
In den 70er-Jahren wurden zahlreiche Anlagen installiert, wie zum Beispiel bei der HESTAG Arzneiwarengroßhandling in Wien (heute die Phoenix Pharmahandel GmbH).
Mehr über unsere Healthcare-Lösungen erfahren. Mehr über unsere Healthcare-Lösungen erfahren.
Aerial photo of the rectangular company building, parking lot and green spaces – the new headquarters of KNAPP in 1980.
Neuer Firmensitz St.Peter-Hauptstraße 159
1970 wurde aufgrund der steigenden Mitarbeiterzahlen erneut der Standort gewechselt: Der neue Sitz des Unternehmens befand sich in der St. Peter-Hauptstraße 159, bevor man an den aktuellen Standort, Hart bei Graz, übersiedelte.
Mehr über unser Unternehmen erfahren. Mehr über unser Unternehmen erfahren.

Forschung & Entwicklung im Fokus

Günther KNAPP erkannte, dass Forschung und Entwicklung wichtige Erfolgsfaktoren sind und somit rückte ab den späten 1970er-Jahren immer stärker in den Mittelpunkt: die Integration von IT in die Intralogistik. Bereits 1978 setzte KNAPP erste Computer zur Steuerung von Förderanlagen ein. Mikroprozessoren übernahmen die Koordination von Materialflüssen. Damit war ein Meilenstein gesetzt, der den Weg für präzise, effiziente und skalierbare Systeme ebnete.

In den 1980er-Jahren wuchs das Unternehmen, das damals KNAPP Fördertechnik hieß, stark und erschloss neue Märkte in ganz Europa. Gleichzeitig wurden Organisation und Strukturen weiterentwickelt: Software, Hardware und Entwicklung wurden als eigene Bereiche etabliert. Der Export von hochwertiger Technologie war auch schon damals ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Mitarbeiteranzahl stieg zwischen 1973 und 1980 auf 74. Und 1979 wurde die erste Kantine für die Mitarbeiter eröffnet.

Vom Anlagenbauer zum Systemanbieter

Die 1980er-Jahre waren von starkem Wachstum und technologischer Weiterentwicklung geprägt. KNAPP konzentrierte sich zunehmend auf computergesteuerte Förder- und Kommissioniersysteme und legte mit dem neuen Standort in Hart bei Graz den Grundstein für das heutige Headquarter. Ein zentraler Fokus lag auf der automatischen Kommissionierung: Mikroprozessoren übernahmen erstmals die Steuerung der Materialflüsse und ermöglichten effizientere Abläufe in großen Pharma-Lagern. Parallel dazu wurde die Fördertechnik kontinuierlich weiterentwickelt, insbesondere im Bereich Elektronik.

Mit wachsendem Erfolg verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf den Export. Ende der 1980er-Jahre erzielte KNAPP bereits einen Großteil des Umsatzes im Ausland. Neben Italien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden kamen neue Märkte wie Skandinavien, Spanien, Portugal und Südamerika dazu. Gleichzeitig wurde das Unternehmen organisatorisch neu ausgerichtet: Bereiche wie Hardware, Software und Entwicklung wurden klar getrennt, Projektstrukturen gestärkt. Auch das Anwendungsspektrum wurde erweitert. Die Lösungen fanden zunehmend Einsatz in weiteren Branchen wie Textilien, Kosmetik und Buchhandel. Ziel war es, die Produktpalette auszubauen und die Abhängigkeit vom Pharmabereich zu reduzieren.

Aufgrund der erwarteten Vergrößerung des Unternehmens entschied sich Günter Knapp 1980 zum Kauf eines Grundstücks in Hart bei Graz, auf dem eine 1.000 m2 große Werkshalle und ein 400 m2 großes Bürogebäude errichtet wurde. Im November war es dann so weit, der neue Standort in der Günter-Knapp-Straße 5-7 konnte bezogen werden.

Luftaufnahme des großen KNAPP-Bürokomplexes in Hart bei Graz mit Parkplätzen.

Spezialisierung und Gründung der KNAPP AG

Ab den 1990er-Jahren prägten Innovation und internationale Expansion die Entwicklung von KNAPP. Mit dem Markteintritt in den USA sowie gezielten Unternehmenszukäufen – darunter Logim und Syslog zur Stärkung der Softwarekompetenz – entwickelte sich das Unternehmen zunehmend zu einem globalen Anbieter und erreichte Anfang der 2000er-Jahre bereits rund 1.000 Mitarbeitende.

Parallel zu diesem Wachstum wurde auch der Grundstein für die Entwicklung eigener Fachkräfte gelegt: die Lehrlingsausbildung. Einer der ersten, der diesen Weg gegangen ist, war Andreas Gerlitz. Er startete am 1. September 1992 seine Lehre als Betriebselektriker. „Wir waren quasi die Versuchskaninchen. Wenn es bei uns nicht hingehaut hätte, wären unsere Lehrlinge heute gar nicht da“, erinnert er sich mit einem Augenzwinkern. Wenige Jahre später, im September 1996, begann mit Jadranka Nakova eines der ersten Lehrmädchen ihre Ausbildung bei KNAPP. „Ich wurde sofort ins Team aufgenommen, man hat mir nicht das Gefühl gegeben, mich als Mädchen besonders beweisen zu müssen. Es hat sofort eine Gemeinschaft gegeben“, erzählt sie.

Fünf Personen in schwarzen KNAPP-Hemden stehen lächelnd in einem Lagerhaus.

„Ich habe gesehen, wie das Gelände in Hart Stück für Stück gewachsen ist, wie sich Produkte und Abläufe weiterentwickelt haben.“

Jadranka Nakova, eines der ersten Lehrmädchen der KNAPP

„Während KNAPP technologisch neue Maßstäbe setzte – etwa 2002 mit der Einführung des weltweit ersten Shuttle-Systems und dem Beginn der Erfolgsgeschichte der Ware-zur-Person-Technologie – erlebten beide die Entwicklung des Unternehmens aus nächster Nähe mit. „Ich habe gesehen, wie das Gelände in Hart Stück für Stück gewachsen ist, wie sich Produkte und Abläufe weiterentwickelt haben“, so Jadranka. Auch Gerlitz erinnert sich an prägende Meilensteine: „Als die neue Konzern- und Entwicklungszentrale gebaut wurde, hat das dem ganzen Gelände ein neues Bild verliehen.

„Man muss offen für Neues sein und darf nicht stehenbleiben. Ich mag neue Herausforderungen.“

Andreas Gerlitz, einer der ersten Lehrlinge der KNAPP

Mann in weißem Hemd und Jeans, an einen Betonpfeiler gelehnt, mit leichtem Lächeln in die Kamera blickend.

Mit der Gründung der KNAPP AG im Jahr 2007 wurden die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Der Ausbau des Headquarters in Hart bei Graz sowie die Übernahme des skandinavischen Logistikunternehmens MOVING (heute KNAPP AB) stärkten die internationale Präsenz zusätzlich. Außerdem wurden Softwarelösungen kontinuierlich weiterentwickelt und zu einem zentralen Differenzierungsfaktor ausgebaut.

Diese Offenheit für Neues und die stete Weiterentwicklung sind auch Dinge, die Andreas und Jadranka am Unternehmen schätzen. „Ich würde mich auch heute immer wieder für KNAPP entscheiden. Trotz vieler Möglichkeiten habe ich nie daran gedacht, zu wechseln“, betont Gerlitz, heute Head of Prototypes. „Man muss offen für Neues sein und darf nicht stehenbleiben. Ich mag neue Herausforderungen", fügt er hinzu.

Dürkopp Fördertechnik wird Teil der KNAPP-Gruppe

In den 2010er-Jahren setzte KNAPP seinen Wachstumskurs konsequent fort und erweiterte gezielt sein Technologieportfolio. Ein zentraler Schritt war 2010 die Übernahme der Dürkopp Fördertechnik, durch die Schlüsselkompetenzen für die Fashionbranche in die Unternehmensgruppe integriert wurden.

Parallel dazu setzte KNAPP mit internationalen Großprojekten Maßstäbe: So ging unter anderem eines der weltweit größten Distributionszentren für Kosmetikprodukte in Brasilien sowie das damals größte Shuttle-Lager-System zur Retourenabwicklung bei Hermes Fulfilment in Betrieb. Mit der Eröffnung der neuen Konzern- und Entwicklungszentrale in Hart bei Graz unterstrich das Unternehmen zudem seinen Anspruch an Innovation und Nachhaltigkeit.

Auch in den Folgejahren wurde das Portfolio systematisch erweitert: Mit der Gründung von KNAPP Industry Solutions erschloss das Unternehmen neue Anwendungsfelder in Industrie und Produktion. Gleichzeitig gewannen Software, Bildverarbeitung und datenbasierte Optimierung zunehmend an Bedeutung – sichtbar etwa in der Gründung von ivii (Bildverarbeitung) und redPILOT (Softwarelösungen zur Prozessoptimierung). Getrieben von Innovationen in Automatisierung, Software und maßgeschneiderten Systemlösungen entwickelte sich KNAPP weiter zu einem globalen Technologiepartner.

Value Chain Tech Partner

Heute ist KNAPP ein weltweit führender Technologiepartner für intelligente Intralogistiklösungen. Rund 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treiben die Entwicklung innovativer Systeme voran, davon etwa 4.600 in Österreich. Neben dem Headquarter in Hart bei Graz bilden weitere Standorte in Leoben, Dobl und Raaba-Grambach das starke Fundament im Heimatmarkt. International ist KNAPP mit rund 54 Standorten global vernetzt – mit einer starken Präsenz in den USA und den Niederlanden als wichtigem Fokusmarkt innerhalb Europas.

Im Zentrum der aktuellen Entwicklung stehen softwaregetriebene Lösungen, Robotik und der Einsatz künstlicher Intelligenz. Systeme werden dabei immer intelligenter und vernetzter: Sie kommunizieren entlang der gesamten Supply Chain, treffen Entscheidungen in Echtzeit und passen sich dynamisch an neue Anforderungen an. Robotiklösungen übernehmen zunehmend komplexe Aufgaben, während Bildverarbeitung und lernende Algorithmen Prozesse präziser, effizienter und skalierbarer machen.

Ein Robotersystem entnimmt einen weißen Lagerbehälter aus den Regalen eines automatischen Lagers mit der Aufschrift "AEROBOT".

Damit entwickelt sich KNAPP konsequent weiter – vom klassischen Anlagenbauer hin zu einem ganzheitlichen Value Chain Tech Partner, bei dem Software, Automatisierung und Robotik eng zusammenspielen. Ziel ist es, Lösungen zu schaffen, die nicht nur leistungsfähig, sondern auch flexibel und zukunftssicher sind – und die Intralogistik von morgen aktiv mitzugestalten.

Wie sich das im Alltag zeigt, erzählen unsere Mitarbeiter selbst: Im Video sprechen sie über unsere Produkte, Technologien und den besonderen Teamspirit, der KNAPP prägt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
08:00 Minuten Lesezeit
Teresa Frank
Teresa Frank
Marketing, Employer Branding
Was macht KNAPP als Arbeitgeber aus? Teresa geht dieser Frage im Blog auf den Grund. Sie rückt die Menschen hinter den Lösungen in den Fokus und zeigt anhand persönlicher Einblicke, wie vielfältig die Arbeitswelten innerhalb der KNAPP-Gruppe sind.

Teilen